Schleuderdrama – Der erste Honig

imageimage“… Ich hätte fast ein Schleuderdrama gehabt!” – Eines meiner Lieblings-Filmzitate. Wer es als erstes errät, darf mal probieren! Heute war der große Tag, die erste Ernte stand ins Haus. Zunächst musste ich jedoch noch das ganze Gerümpel aufbauen, das wir neu angeschafft hatten. Die Schleuder ließ sich problemlos montieren und das Entdeckelungsgeschir war nach einer kleinen Reinigung auch direkt einsetzbar.

imageimageZum Entdeckelungsgeschirr gehören der Halterahmen zum Auflegen der Waben und das darunter befindliche Edelstahlsieb. Unter dem Sieb ist eine Auffangwanne aus Plastik aus der man später den abgetropften Honig durch die Siebe gibt. Ausserdem gehört noch ein Wabenhalter und ein Abtropfblech dazu, beides aus Edelstahl. Auch den Honig vom Abtropfblech kann man hinterher durch die Siebe geben. Alles in allem machen die “Reste” oft ein bis zwei Kilo aus.

imageimageDann schnell die Schutzmaske angelegt, einmal durchgeschnauft und los gehts. Die Bienenflucht hatten wir ja schon vor 36 Stunden gesetzt, so dass nicht mehr viele Bienen im obersten Honigraum waren. Achtung! Beim Ernten keinen Rauch verwenden, der Honig kann sonst diesen Geschmack und Geruch annehmen. Die verbliebenen Bienen haben wir einfach vor das Flugloch abgefegt, die Waben dann schnell in eine Leerzarge gesteckt und den Deckel sofort wieder zu gemacht. Lässt man den Honig offen rumstehen, kann es zu Räuberei kommen! Diesmal habe ich mir beim Ernten auch tatsächlich einen Stich auf dem Handrücken eingehandelt :(

imageimageMit der Gabel werden die frisch geernteten Waben entdeckelt. Die geöffneten Waben werden dann auf dem Wabenhalter zwischengeparkt oder direkt in die Schleuder eingelegt, je nach workflow :)

imageimageDann kommt das eigentliche Schleudern. Dabei schleudert man zunächst eine Seite der Waben nur an, um das Gewicht etwas zu verringern. Dabei nicht zu schnell drehen. Dann werden die Waben gewendet und die zweite Seite erst langsam, dann komplett ausgeschleudert. Ein weiteres mal wenden und dann die erste Seite zu Ende schleudern. Auf diese Weise kann man ungleichmäßige Belastung der Waben reduzieren und dadurch dem Wabenbruch vorbeugen. Wenn an der Schleuderwand trotz Bewegung keine Stippen mehr auftauchen, ist die Wabe leer. Die leeren Waben noch einmal unter Licht kontrollieren, dann sicher wegsortieren.

imageimageDer Honig fließt aus der Schleuder durch ein Doppelsieb. Darin bleibt der komplette Wachs und andere Fremdstoffe hängen. Bei sehr viel Honig (100 kg und aufwärts) müssen die Siebe zwischendurch vom Wachs gereinigt werden. Nach dem Doppelsieb, wird der Honig noch einmal durch ein stoffähnliches Feinsieb gegeben. Dabei werden dann auch die feinsten Fremdstoffe und Schwebteilchen erwischt. Den Ständer dafür sollte man kaufen, ohne diesen ist das Sieb schwer zu halten.

imageimageNoch schnell eine Probe abfüllen, dann ist es auch schon fast geschafft. Mit der Probe werde ich meine Imkerpaten aufsuchen und mit einem Refraktometer den Wassergehalt bestimmen. Hoffen wir mal auf unter 17%. Die ausgeschleuderten Waben haben wir auf Volk 4 als zweiten Brutraum gestellt. Der Resthonig sollte dem Volk noch mal einen ordentlichen push geben. Der Zeitaufwand hat sich erstaunlich in Grenzen gehalten. Ca. 30 Minuten zum Aufbauen, 90 Minuten fürs Ernten, Schleudern und Filtern und noch mal ca. 45 Minuten zum Aufräumen. Nach nicht mal drei Stunden war das Ganze überstanden. Und das ganz ohne Schleuderdrama!

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